Was ist eine EÜR? Wofür braucht man das? Kann ich sie selbst erstellen oder benötige ich eine Vorlage? Was steht alles in einer EÜR und wie fülle ich sie aus?
Du hast ein Kleingewerbe und schlägst Dich derzeit mit diesen Fragen rum? Ich versuche Dir ein paar Antworten zu geben und erzähle dabei, wie ich damit umgegangen bin. Das Thema ist gerade sehr präsent, da ich zum ersten Mal eine Steuererklärung inklusive einem Kleingewerbe abgebe.
Um ehrlich zu sein, war es relativ einfach, denn in der EÜR steht alles, was das Finanzamt wissen muss.

Fangen wir mit dem Begriff EÜR an. EÜR bedeutet Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Aber was ist die EÜR?
Ganz einfach: die Einnahmen werden den Ausgaben gegenübergestellt. Eine Tabelle hierzu ist schnell erstellt. Ich ging wie folgt vor: Die erste Spalte ist die Positions-Nummer, damit ich weiß, wie viele Positionen ich eingenommen oder ausgegeben habe. Anschließend folgt ein Datum - wann habe ich etwas gekauft bzw. verkauft (Hierauf gehe ich im nächsten Absatz nochmal genauer ein). Daneben befindet sich in meiner Tabelle der "Name" einer Position, wie zum Beispiel eine Rechnungsnummer von einem Kauf oder der Namen von einem Geschäft, in dem ich einkaufen war. In dem Zusammmenhang wichtig: Kassenbon bzw. Rechnung aufbewahren! Zum Schluss folgen die zwei wohl wichtigsten Spalten: Einnahmen und Ausgaben (in Euro).
Das war es auch schon! Mehr muss eine EÜR eigentlich nicht beinhalten. Zumindest nicht in meinem Fall, da ich Kleinunternehmerin nach § 19 UStG bin. Kurze Erklärung von der Internetseite Steuertipps.de:
"Selbstständige, deren Umsatz im vergangenen Jahr unterhalb von 22.000 € und im Folgejahr voraussichtlich nicht über 50.000 € liegt, dürfen die Kleinunternehmerregelung anwenden und müssen keine Umsatzsteuerabführen. Die Rechnungen eines Kleinunternehmers nach § 19 UStG weisen somit immer Netto-Beträge aus. Im Gegensatz dazu erhalten Kleinunternehmer aber auch keine Erstattung der Umsatzsteuer für Einkäufe mit ausgewiesener Umsatzsteuer." Weiterführende Informationen findet Ihr hier.
Meine Tabelle befindet sich in einem Excel-Dokument. Für die Berechnung habe ich eine simple Summen-Formel hinterlegt, welche alle Einnahmen und Ausgaben zusammenrechnet. Zum Schluss habe ich diese noch gegenübergestellt (Einnahmen abzgl. Ausgaben), sodass ich auf einen Blick sehen kann, ob ich Gewinn oder Verlust gemacht habe.
Was habe ich bei meiner Steuer zum Thema Datum gelernt?
Eine EÜR ist keine Bilanz - es gilt das Zu- und Abflussprinzip. Das bedeutet, dass die Einnahme oder Ausgabe vollständig an dem Tag zu erfassen ist, an dem das Geld auch tatsächlich eingenommen bzw. ausgegeben wird. Es erfolgen keine Abgrenzungen oder ähnliches. Beispiel: Mein Jahresabo für die Microsoft-Lizenz muss mit dem vollen Preis in dem Monat als Ausgabe erfasst werden, an dem das Geld von meinem Konto abgebucht wird.
Wofür brauchen wir die EÜR?
Die EÜR dient der Gewinnermittlung. Sie ist nicht nur interessant für das Finanzamt, sondern auch für mich selbst. Denn als Unternehmerin interessiere ich mich jederzeit dafür, wie viel Gewinn oder Verlust mein Gewerbe derzeit ausweist.
Kann ich die EÜR selber erstellen oder benötige ich eine Vorlage?
Nach langer Recherche habe ich gesehen, dass man die Tabelle für eine EÜR selber über Excel erstellen kann. Es gibt natürlich viele Seiten, die einem eine EÜR-Vorlage verkaufen wollen - diese sehen rein optisch, wenn man sich mit Excel nicht auskennt, etwas besser aus, als die selbst erstellte Excel-Tabelle. Aber muss ich wirklich Geld ausgeben, um eine schöne EÜR zu haben?! Diese Frage muss sich jede Person selbst beantworten.
Wie gehe ich am besten mit meiner EÜR um?
Auch hier gibt es kein richtig oder falsch. Einige Kleinunternehmer sammeln ihre Ein- und Ausgangsrechnungen und geben diese 1x im Monat oder Jahr in die EÜR ein. Das passt aber nicht zu mir. Ich versuche, mein Büro sauber zu halten und gebe die Rechnungen immer so zeitnah wie möglich ein. Das erspart mir langes Suchen - sowohl im Papierberg, als auch in meinen Mails.
Falls Ihr Fragen haben solltet, meldet Euch doch gerne. Ich versuche diese so gut ich kann zu beantworten. Es würde mich auch freuen, wenn Ihr mir einen Kommentar hinterlasst, wenn Euch der Beitrag gefallen hat. Ich bin aber auch für konstruktive Kritik offen.
Abschließend möchte ich erwähnen, dass ich Euch mit diesem Text nur aus meinem Erfahrungsschatz berichten will. Für genauere Hinweise, Tipps und Hilfen wendet Euch bitte unbedingt an einen Steuerberater.
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