Was bedeutet es Kleinunternehmer zu sein? Warum haben so viele Angst davor? So viele Ideen, aber wo anfangen? Habt Ihr auch solche Gedanken? Dann könnte der Beitrag Euch gefallen.
Was möchte ich Euch mit diesem Blogbeitrag sagen? Wieso schreibe ich so einen Beitrag?
In diesem Beitrag möchte ich Euch meine Erfahrungen mit der Selbstständigkeit näherbringen. Vielleicht finden sich einige auch in diesem Beitrag, zumindest an einigen Stellen, wieder.

Wo fange ich an? Ich denke ich muss in meiner Lebensgeschichte etwas zurückgehen - an die "Anfänge". Meine Eltern waren beide selbstständig und hatten eine Gaststätte/Kneipe - wie Ihr es auch immer nennen wollt. Ich bin dort groß geworden und habe immer bei Großveranstaltungen wie Karneval, Silvester, Halloween, Tanz in den Mai oder Geburtstagen und Jubiläen geholfen. Mir hat das alles sehr viel Spaß gemacht, es war keine Arbeit für mich, sondern mehr ein Hobby. Da ich allerdings noch so jung war, habe ich nicht mitbekommen, was alles dahintersteckt. Ich habe meine Mutter zwar des Öfteren Fluchen hören bezüglich Steuer, Ämter, Schulden etc., aber ich habe all dies damals nicht verstanden. Ich war auch so jung gewesen, dass ich sagte: "Wenn ich mal groß bin, übernehme ich das alles". Meine Mama hat damals schon gesagt: "Überlege es dir gut! Selbstständig sein bedeutet zwar, dass du machen kannst, was du willst, allerdings besteht das Wort selbstständig aus zwei Wörtern - selbst und ständig". Heute weiß ich, was Sie damit meinte. Damals bin ich noch davon ausgegangen, dass ich die Kneipe irgendwann übernehmen werde.
Einige Jahre vergingen und ich ging in die Berufsschule, ich machte eine Ausbildung zur "Fachfrau für Systemgastronomie" und war sehr glücklich, da ich hauptsächlich im Catering eingesetzt wurde. Die Berufsschule war so schön und lehrreich, ich hatte selbst im Fach "Mathe" plötzlich gute Noten. Es war die beste Zeit, die ich hatte! Natürlich haben wir in der Berufsschule ein Projekt gemacht, in dem wir uns unser eigenes Business ausdenken sollten. Die Ideen sprudelten nur so aus uns heraus. Die Ideen waren schnell da, allerdings fing es dann an -> Welche Rechtsform? Sozialversicherung? Steuer? Gewerbe anmelden? Genehmigungen? Handwerkskammer, ja oder nein? Sondergenehmigungen für Speisen? Alkohollizenz, ja oder nein?
Das war der Punkt, an dem ich meine Mama verstanden habe. Es gibt so viel auf das man achten musste. Und das ist nur die Spitze des Eisberges. Was ist mit Angestellten oder Gehalt? Wir hatten große Pläne und die waren echt gut. Wir waren 5 Mädels und wir hatten uns überlegt, ob wir das nicht wirklich machen sollten. Wir hatten schon Pläne und Ideen mit anderen geteilt. Allerdings stießen wir auf belächelnde Gesichter. Die Angst war da! Was ist, wenn es nicht funktioniert? Was ist, wenn wir uns übernehmen? Wir brauchen Startkapital, wo nehmen wir das her? Einen Businessplan schreiben?! Termin bei der Bank für einen Kredit? OHHH Gott!!!
Da war der Traum erstmal weg. Wir waren uns alle einig, dass es zu unsicher war. Was soll ich sagen?! Es war die richtige Entscheidung!
Aber was habe ich dann gemacht? Wie komme ich nun hier an diesen Punkt?
Im Jahr 2023 hatte ich einen kompletten Lebenswechsel und plötzlich kam die Idee eines eigenen Business wieder hoch. Warum nicht? Schafft doch jeder. Zu dieser Zeit war ich viel auf Instagram unterwegs und habe die Erfolge anderer gesehen. Daher versuchte ich es nochmal, machte mich schlau und habe dann tatsächlich einen Antrag für mein Gewerbe bei der Stadt Köln ausgefüllt. Ich habe vorher auf vielen Homepages geschaut, worauf man achten muss. Ich habe YouTube Videos angeguckt, wie man eine Gewerbeanmeldung ausfüllt. Es war alles nicht so einfach. Also eigentlich schon, aber es sind so viele Informationen, die auf einen einprasseln, und die wollen erstmal verarbeitet und verstanden werden.
An dieser Stelle möchte ich nochmal einige Jahre zurück gehen und einen kleinen Zeitsprung in die Vergangenheit wagen. Als ich mit dem Stricken anfing, hatte ich diese Idee schonmal. Genau die gleiche Idee, die ich jetzt umgesetzt habe und weshalb ich diesen Artikel schreiben kann. Ich wollte mich nebenberuflich selbstständig machen. Ich weiß leider nicht mehr, wen ich angerufen hatte, allerdings sagte man mir am Telefon, dass es nichts kosten würde, wenn ich eine Gewerbe (Häkeln) anmelden würde. Wenn ich jedoch Gestricktes verkaufe, dann würde das XY € (genauen Betrag weiß ich nicht mehr) kosten. Damit war ich abgeschreckt und traurig. Ich versuchte mein Glück bei der Familie und den Freunden. Mehr passierte daher auch nicht. Bis zum Mai 2023.
Ich muss sagen, als ich den Antrag für mein jetziges Business ausfüllte, der übrigens in Köln 26€ kostete, hatte ich ein bisschen Angst. Angst, etwas falsch zu machen - Angst, eine Strafe zu bekommen - Angst, dass niemand Interesse an meinen Projekten zeigt. Diese Angst besteht bis heute, aber ich habe es einfach gemacht. Das ist der Schlüssel - MACHEN!! Trau Dich, Dein eigenes Gewerbe anzumelden. Wenn Du Dir unsicher bist, fang klein an! Mach Dich schlau! Frag andere Kleinunternehmer*innen. Ich zum Beispiel bin Einzelunternehmerin mit dem Zusatz des Kleingewerbes. Ich muss mir keine Sorgen um Gewerbesteuer machen, da ich weniger als 24.500€ im Jahr verdiene. Ich habe hier eine Seite gefunden, die die Pros und Contras der Kleinunternehmerregelung aufzählt: Link. Wenn Du Fragen hast, melde Dich! Ich helfe gerne weiter, wenn ich kann!
Diese Angst kam übrigens Ende 2023 wieder auf, da ich in eine andere Stadt gezogen bin. Heißt: abmelden und neu anmelden. Es war so einfach, aber ich habe so einen Stress geschoben - allerdings ist das eine andere Geschichte. Wenn Euch diese interessiert, lasst mir gerne einen Kommentar da oder schriebt mir privat. Gerne schreibe ich aber hierzu auch nochmal einen Blogbeitrag.
Ich sollte so langsam mal zum Ende kommen und meine Fragen, die ich zu Beginn gestellt habe, zusammenfassend beantworten:
Was möchte ich euch mit diesem Blogbeitrag sagen?
Jeder hat Träume und Ziele, die zunächt belächelt werden (können). Jeder hat Angst vor Fehlern und jeder fängt mal klein an! Das solltest Du Dir immer vor Augen halten. Das Unternehmen ist nicht von jetzt auf gleich da, es benötigt Zeit. Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut. An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp - schau mal auf der Homepage von Sonja Mahr vorbei. Ich folge ihr schon länger und bin sehr interessiert an ihrer Arbeit. Ich habe (noch) nicht mit ihr zusammengearbeitet, aber für kleine Fragen ist sie eigentlich immer da.
Wieso schreibe ich so einen Beitrag?
Ich wollte anderen zeigen, dass nicht immer alles so läuft, wie man es sich wünscht. Jeder fängt mal an.
Was bedeutet es Kleinunternehmer zu sein?
Man hat eine Verantwortung gegenüber seinen Kunden und auch dem Gesetz. Allerdings ist alles in Ordnung, wenn man sich an die Regeln hält. Nach meiner Ab- und Anmeldung hatte ich sehr netten Kontakt mit den Personen bei den einzelnen Ämtern. Sie helfen einem weiter, wenn man freundlich um Hilfe bittet. Ansonsten: macht einen Termin und lasst Euch beraten!
Warum haben so viele Angst davor?
Diese Antwort auf diese Frage ist tatsächlich individuell. Ist es die Angst vor dem Versagen? Die Angst vor Fehlern und hohen Geldstrafen? Die Angst, von Freunden und der Familie ausgelacht zu werden? Die Angst vor dem Beginn ist meiner Meinung nach besonders groß. Hier verweise ich wieder auf meinen Satz: Einfach machen! Holt euch Hilfe und Unterstützung von Menschen, denen Ihr vertraut oder die es schon geschafft haben. Ihr könnt mich auch kontaktieren - ich versuche gerne Euch zu helfen.
So viele Ideen, aber wo anfangen?
Diese Frage ist eigentlich am schwierigsten zu beantworten - aber eigentlich auch nicht! Überlege Dir eine Idee / ein Konzept. Schau nach, ob es das schon gibt oder ob es so etwas ähnliches gibt. Danach guckst Du, was Du alles benötigst. Anmeldungen, Genehmigungen, Lizenzen. Es gibt so viele Hilfeseiten mit Checklisten und Videos. Ihr müsst nur den Mut haben! Fangt an!
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